GESELLSCHAFTSDAME

Historischer Beruf

Gesellschaftsdame oder auch Gesellschafterin war in früheren Zeiten eine der wenige Professionen, denen eine ehrbare, gebildete und unverheiratete bzw. verwitwete Frau nachgehen konnte. Mit der Unterhaltung von wohlhabenden Personen konnte sie selbstständig für ihren Lebensunterhalt sorgen. Oft waren die Dienstgeber Witwen, die keinen Gedanken mehr daran verschwendeten, sich wieder zu verheiraten, aber nicht gerne alleine waren. Mit einer Gesellschaftsdame (manchmal auch als Anstandsdame), an ihrer Seite konnten diese trotzdem auch mit männlichen Bekannten persönlich verkehren, ohne böse Nachrede oder gar Ächtung befürchten zu müssen.

Dienstgeberin und Gesellschaftsdame gingen gemeinsam zu Veranstaltungen, ins Theater oder in ein Caféhaus und konnten in dieser Konstellation am öffentlichen Leben teilhaben. Beide Teile konnten im Grunde nur gewinnen und es bildeten sich oft tiefe Freundschaften auf Lebenszeit.